Silvester mal ganz anders


Das Jahr neigt sich wieder mal dem Ende zu – doch dieses Jahr wird das Silvester was wir sonst so kennen, anders sein.
Schon seit einiger Zeit sind wir durch die Corona Krise gezwungen uns auf uns selbst zu besinnen, zu entschleunigen, Kontakte einzuschränken. Wilde Partys gehören ebenfalls der Vergangenheit an.
Vielen fällt es schwer diesem Event aufgrund der Krise etwas Gutes ab zu gewinnen. Wie Ihr trotzdem das Jahr gebührend ausklingen lassen könnt und welcher Blickwinkel dabei hilft, verraten wir euch in diesem Artikel.

Das Silvester Feuerwerk – und die Auswirkungen

Viele verbinden mit Silvester vor allem eins – bunte Lichter am Himmel und lautes Knallen um Mitternacht. Zugegeben – schön aussehen tut es ja schon. Ob fremdes oder eigenes Feuerwerk – dieses Jahr wird es da um einiges ruhiger zugehen. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite, die mit dem so schönen Feuerwerk einhergeht. Zeit, sich diese Punkte mal anzugucken und diesem Silvester somit etwas Gutes abzugewinnen.

Psychische Belastung für Mensch & Tier 

Was wir als normal empfinden und locker wegstecken, ist für andere eine große Herausforderung. Denn viele assoziieren aufgrund Ihrer Erfahrungen das laute Knallen der Silvesterkracher nicht mit einem freudigen Ereignis. Zahlreiche Menschen fliehen ständig aus Ihrer Heimat, aufgrund von Krieg. Niemals wurde das so deutlich, wie in diesem Jahr.

Traumatisiert von einschlagenden Bomben

Für uns unvorstellbar. Für Kriegsflüchtlinge: Alltag. Sie waren oft jahrelang in ständiger Angst um das eigene Leben und das Ihrer Familien, bevor Sie aus Ihrem Heimatland geflohen sind. Bei diesen Menschen können Geräusche und grelle Lichter sogenannte „Flashbacks“ erzeugen. Diese versetzen Sie postwendend zurück in schreckliche Kriegssituationen, mit all den damit verbundenen Gefühlen und erzeugen somit Panikattacken. Es wird daher schon seit Jahren in gewissen Gegenden darum gebeten, auf Feuerwerk in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften zu verzichten.
Auch unsere vierbeinigen Freunde Zuhause, sowie Wild- und Zootiere leiden unter dem Spektakel. Wenn du selbst ein Haustier hast, hast du vielleicht auch schon die Erfahrung gemacht, unter was für einen Stress das Feuerwerk deinen treuen Begleiter setzt. Denn kein Tier weiß, dass von Feuerwerkskörpern und dem Lärm grundsätzlich keine Gefahr ausgeht!
Wildtiere schalten auf „Gefahr“, da Sie den Lärm und die Lichter als potenzielle Feinde einordnen. Das Resultat? Sie versuchen zu flüchten. Gerade im Winter brauchen die Wildtiere Ihre Energie, um die kalten Monate gut zu überstehen. Die Panik, die an Silvester entsteht, schwächt Eichhörnchen & Co. oft so sehr, dass Sie das Frühjahr nicht mehr erleben können. Vögel leiden außerdem aufgrund der Lichter und Rauchschwaden an Desorientierung. Sie können so Hindernissen nicht rechtzeitig ausweichen und finden sich nicht mehr zurecht. Zootiere sind eingesperrt – und können trotz der Gefahr, die Sie wahrnehmen nicht Ihrem Instinkt folgen und fliehen.

Umweltverschmutzung

Nach dem Knall kommt der Nebel. Ihr alle habt bestimmt schon mal nach dem Feuerwerk die riesige Nebelwand betrachtet, die sich wie eine Decke über euren Heimatort gelegt hat. Der Feinstaubgehalt, den man in der Silvesternacht in der Luft messen kann, ist so hoch, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Verursacht durch das Schwarzpulver, welches in Feuerwerkskörpern enthalten ist. Auch eine Gefahr für die Gesundheit, besonders für bereits vorbelastete Menschen mit Atemwegserkrankungen.
Neben der Luftverschmutzung produzieren wir außerdem für ein paar Minuten Spektakel tausende Tonnen an unnötigem Abfall. Ist es das wert?
In den vergangenen Jahren haben einige Städte bereits ein Zeichen gesetzt und sind auf ungefährliche Licht- und Lasershows umgestiegen, zum Beispiel Stuttgart. Wir finden: mindestens genauso schön!

Verletzungen   

Unsere Krankenhäuser arbeiten in dieser Krise am Limit – eigentlich muss man an der Stelle nicht erwähnen, dass hier dieses Jahr kein Platz für Opfer von Pyrotechnik ist – oder?
An keinem anderen Tag verletzen sich beispielsweise so viele Menschen an den Händen wie an Silvester. Verbrennungen, Brüche, Augenverletzungen & Co. sind zum Jahreswechsel in der Notaufnahme an der Tagesordnung. Nicht wenige tragen außerdem bleibende Schäden davon – ist es das wert?
Nicht einmal das Zuschauen schützt – wer ist nicht schon mal aufgrund einer umgekippten Rakete oder eines unachtsamen Böller Wurfs des Nachbarn zur Seite gesprungen? Manche machen sich sogar einen Spaß daraus, auf andere mit Böllern zu werfen. Rund die Hälfte der Verletzten sind Kinder.

Silvestertraditionen rund um die Welt

Das es auch anders geht, sieht man, wenn man den Globus dreht. Böllerfreie Silvestertraditionen lassen sich in vielen Ländern dieser Welt finden. Wir haben die schönsten für Euch rausgesucht:
  • Spanien: in den Kreisen der Familie wird traditionell das Jahr gefeiert. Mit dem ersten Glockenschlag des Neujahrs, beginnt hier die Tradition des Glücktrauben Essens. Man nehme 12 Weintrauben. Zu jedem Glockenschlag, wird eine Weintraube gegessen. Im besten Fall hat man seine 12 Weintrauben geschafft und es erwartet einen ein neues Jahr voller Glück. Schafft man es nicht, leider das Gegenteil. Diese Tradition gibt es in Spanien bereits seit 1909, entstanden aus der damals so üppigen Traubenernte. Wirft man am Schluss noch einen goldenen Ring in ein Sektglas, und trägt als Frau auch noch rote Unterwäsche, kann laut den Spaniern im neuen Jahr nichts mehr schief gehen!
  • Tschechien: Schau in den Apfel und ich sag dir wie dein Jahr wird. Klingt merkwürdig? In Tschechien normal! Hier wird kurz vor Mitternacht ein Apfel zur Hand genommen und halbiert. Betrachtet man dann die Form des Kerngehäuses, kann man sich schlau machen, wie es um das Glück im neuen Jahr bestellt ist. Die Sternenform steht für Glück – die Form des Kreuzes für Unglück. Um die Finanzen kümmert man sich mit Linsen – diese sollen symbolisch für Geld stehen und werden in Form einer Suppe um Mitternacht verspeist.
  • Brasilien: hier wird das Meer mit einbezogen. Kurz vor Mitternacht schmeißen sich die Brasilianer in weiße Kleidung und begeben sich zum Strand. Das weiß steht für die Meeresgöttin „lemanjá“. Nicht über sieben Brücken, sondern über sieben Wellen wird hier fröhlich gesprungen, jeder Sprung mit einem Wunsch für das neue Jahr verknüpft. Um die Meeresgöttin zu ehren, werden außerdem anschließend Blumen ins Meer geworfen. Ein Lorbeerblatt im Geldbeutel sorgt für die finanzielle Sicherheit im neuen Jahr.
 
Wie man sieht, es geht also auch ohne Umweltverschmutzung und Lärm – in Frieden mit der Natur und den Mitmenschen. Wir finden es ist Zeit neue Wege zu gehen und neue Traditionen einzuläuten, wenn nichts jetzt, wann dann? Habt Ihr vielleicht schon neue Traditionen zum Jahreswechsel für euch gefunden? Verratet uns gerne mehr darüber in den Kommentaren.
P.s.: etwas gegen die Umweltverschmutzung kannst du hier tun - dein Beitrag, für ein plastikfreies Bali

Hinterlassen Sie einen Kommentar


Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen