Seaspiracy - wir müssen reden!


Wie ein Lauffeuer hat sich die Netflix Dokumentation „Seaspiracy“ verbreitet. Auch wir vom Oceanmata Team haben uns den Film angesehen und möchten gerne darüber reden. 
Sylvia Earle
Der britische Filmemacher Ali Tabrizi deckt unter anderem umfassend die Auswirkungen des globalen Fischfangs auf unsere Umwelt auf, welche verheerender sind, als man auf den ersten Blick glauben mag. Er redet über das, was hinter den Kulissen passiert und uns als Endverbraucher oft nicht bewusst ist, wenn wir Fisch konsumieren.
 Wie auch – es wird gekonnt von der Industrie sowie Regierungen verheimlicht und von uns mit aller Kraft ferngehalten. Captain Iglu segelt lächelnd über das Meer, bevor er in die knusprigen Fischstäbchen beißt und Siegel wie das des MSC gaukeln uns vor eine Entscheidung treffen zu können, wenn es um die Nachhaltigkeit im Bezug auf den Fischverzehr geht. 

Wir setzen uns mit Oceanmata ein für plastikfreie Ozeane. Unser Ziel ist es gemeinsam mit deiner Hilfe einen Unterschied zu machen und angefangen auf Bali, Strände und Ozeane nachhaltig zu säubern. Gerade deshalb müssen wir über den Zusammenhang zwischen der Fischerei und der Plastikverschmutzung der Meere reden, die eben auch in Seaspiracy veranschaulicht wird. 

Nicht nur an vielen Küstenregionen und Stränden sieht man Müll, der durch die industrielle Fischerei verursacht wird. Wirft man einen Blick auf den sogenannten pazifischen Müllstrudel, wird deutlich, wie schwerwiegend die Folgen des Fischfangs im Bezug auf die Vermüllung der Meere wirklich sind. 

Warum?

Der weltweit größte Müllstrudel befindet sich zwischen Kalifornien und Hawai und ist mittlerweile auf eine Größe angewachsen, die in Etwa der Fläche von Mitteleuropa entspricht (Tendenz täglich steigend). Rund 80.000 Tonnen Plastik machen den Strudel aus.

Betrachtet man näher die Zusammensetzung dieser gigantischen Müllhalde mitten auf dem Ozean wird klar, dass die industrielle Fischerei einen maßgeblichen Anteil an dem Müllteppich trägt. Denn etwa 46% des pazifischen Müllstrudels besteht aus Fischernetzen, die wiederum aus Plastik bestehen

Seaspiracy

 

Fischernetze sind die Jagdinstrumente der Fischer - was passiert also, wenn diese unkontrolliert im Meer umhergeistern? Sie fangen natürlich Tiere. Schildkröten und auch andere Meerestiere verfangen sich in diesen Netzen und verenden meist qualvoll. Größere Tiere wie beispielsweise Wale können diese außerdem verschlucken. So ist es nicht verwunderlich, dass oft in den Mägen der gestrandeten Wale mitunter genau diese Netze auftauchen.

Aber auch Langleinen, Bojen und anderer Müll der Fischerbote landet unachtsam weggeworfen oder im Sturm von den Booten geweht, im Meer und richtet dort Schäden an. Denn jede Art von Plastikmüll wird irgendwann im Laufe der Zeit zu Mikroplastik. Selbst wenn etwa 92 % des Mülls auf dem Müllteppich im Pazifik aus größeren Plastikteilen bestehen, werden auch diese irgendwann zersetzt zu Mikroteilen, welche sich dann ungehindert den Weg bis in die kleinsten Lebewesen bahnen und so irgendwann auch bei uns ankommen. 

Die Rolle der Delfine und Wale

Wir setzen uns mit unserer Dolphin Edition bereits ein für den Schutz der Delfine und unterstützen mit deinem Kauf das Dolphin Project und Ihr Projekt des Umah Lumbah Centers auf Bali. Der Gründer Ric O Barry kommt ebenfalls in Seaspiracy zu Wort und verdeutlicht den Ernst der Lage. Was haben denn Delfine und Wale mit der Fischerei zu tun fragst du dich? Das wird direkt zu Beginn von Seaspiracy klar, als sich das Filmteam auf den Weg nach Japan macht. 

2019 hat Japan offiziell bestätigt, den Walfang wieder aufzunehmen. Walfang ist seit 1986 international offiziell verboten. Dieses Verbot wird jedoch von einigen Ländern, darunter auch Japan, ignoriert. Rund 700 Wale und Delfine werden im Süden Japans jährlich bewusst getötet. Weitere gefangen genommen. Ric O Barry macht klar, dass es äußerst gefährlich ist genau an diesem Ort zu berichten, da die Regierung, die Fischer und die Mafia dies nicht zulassen wollen. Klar, es steckt ja auch eine Menge Geld dahinter.

Abgeschreckt hat das die Produzenten von Seaspiracy nicht - und so bekommt man einen krassen Einblick, was an diesem Ort passiert.

Warum werden die Delfine getötet oder gefangen genommen? 

Die Meerespark Industrie

Die Meerespark Industrie ist ein direkter Unterstützer der Delfin- und Waljäger. Hast du dich schon mal gefragt, wo die Delfine und Wale in den Parks eigentlich herkommen? Natürlich aus dem Ozean. Die Tiere werden durch hohe Töne unter Wasser irritiert und somit in Ihrer Orientierung gestört. Sie flüchten in Richtung der der Buchten wo Sie dann gefangen genommen oder getötet werden. 

Ein Delfin/Wal wird für bis zu 150.000 Euro an Wasserparks verkauft. Handelt es sich um einen seltenen Albino kann dieser Preis auch mal schnell auf bis zu 500.000 Euro ansteigen. Ein Geschäft das sich somit lohnt. 

Wie auch geschehen mit Johnny, Rocky und Rambo, derer sich das Dolphin Project angenommen hat um Ihnen wieder ein Leben in Ihrem natürlichen Lebensraum zu ermöglichen. Sie können sich mittlerweile dank dem Dolphin Project im Umah Lumbah Center auf Bali von Ihren schrecklichen Erlebnissen in Gefangenschaft erholen.  

Leider werden aber wie gesagt nicht nur Delfine und Wale gefangen genommen und verkauft, sondern in einer Vielzahl getötet. Auf ein gefangen genommenes Tier, kommen ca. 15 Getötete. Im Zeitraum 2000 - 2016 wurden alleine in Japan etwa 173.662 Delfine und Wale getötet. Aber warum? Einen großen Markt für Delfin Fleisch gibt es nicht?

Delfine und Wale als Feinde der Fischer

Der erste Gedanke ist meist "wegen dem Fleisch". Aber wie bereits erwähnt, ist die Nachfrage nach Delfin- oder Walfleisch nicht groß - und zwar aus gutem Grund. Denn das Fleisch der Tiere gilt als hochgradig verseucht. Die Grenzwerte für Quecksilber werden zum Beispiel in hohem Maß übertroffen - was bei Verzehr auch Folgen für den Menschen hat, in dessen Körper sich das Schwermetall anreichert.

Gegessen wird das Fleisch nur in Ländern wo die Tiere zwangsweise als Beifang der Fischerei verenden und die Fischer es sich nicht leisten können diese einfach über Bord zu werfen. Oft aus Hungersnot werden die Tiere dann gegessen. 

Was aber ist der Grund für die massenhafte Tötung der Meerestiere in beispielsweise Taiji/Japan? 

Ganz einfach: Für die Fischer gelten die Wale und Delfine als Schädlinge, denn sie fressen Ihr Kapital, die Fische. Aus wirtschaftlichen Gründen also werden die Tiere dezimiert.

Das Geschäft mit dem Thunfisch

Mit 42 Milliarden Dollar pro Jahr ist das Geschäft mit allen möglichen Arten der Thunfische ein lohnendes Geschäft. Von Fitness- und Ernährungsgurus gehyped, aufgrund der fettarmen Eiweißquelle, landet Thunfisch auch bei uns oft auf dem Teller oder der Pizza.  

Der Bestand der Thunfische schrumpft. Von Japan aus wird das Fleisch der Thunfische in die ganze Welt verkauft, denn der Fischkonsum ist in den letzten 20 Jahren stärker gewachsen als jeder andere Lebensmittelkonsum. Fisch gilt als hochwertiges Lebensmittel, oft als gesunde alternative zum normalen Fleisch von Landtieren.

Die deutsche Stiftung Meeresschutz hat den roten Thunfisch bereits 2016 auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten gesetzt. In den letzten 30 Jahren ist der Bestand des roten Thunfischs so zusammengebrochen, dass mittlerweile nur noch ca. 10 % der ursprünglichen Bestände vorhanden sind. Das bedeutet einen Rückgang von 90 % innerhalb der letzten 30 Jahre.

Wenn das Meer stirbt, sterben wir

"Seaspiracy" enthält soviel Informationen, dass ein Blogartikel nicht ausreicht um alle Themen zusammen zu fassen. Wir möchten dir daher ans Herz legen dir selbst die Zeit zu nehmen und 2 Stunden zu investieren um dir die wertvolle Arbeit von Ali Tabrizi anzusehen.

Zusammengefasst wird in der Doku klar, dass keiner sagen kann wie lange es noch dauert, bis unsere Meere leer gefischt sind. Denn in der Tat werden derzeit so viele Fische aus dem Meer geholt und durch Beifang getötet, dass die natürliche Population vieler Meerestierarten entweder schon verschwunden ist, oder kurz davor steht. 

➡️ In einem Jahr werden weltweit ungefähr 80 Millionen Tonnen Meeresfisch gefangen

➡️ Rund 38,5 Millionen Tonnen Beifang werden dafür in Kauf genommen (sprich unbeteiligte Meeresbewohner werden mit getötet).

➡️ Heute isst jeder Mensch durchschnittlich 19,2 kg Fisch pro Jahr – etwa doppelt so viel wie noch vor 50 Jahren.

➡️ Illegaler Fischfang macht nach Schätzungen 11 bis 26 Millionen Tonnen oder zwischen 12 und 28 Prozent des weltweiten Fischfangs aus.

Nahrungskette Ozean

Aber was hat das Sterben der Ozeane nun mit uns zu tun?

Ganz einfach. Jede im Meer lebende Spezie braucht die Andere als Überlebensgrundlage. Alles hängt miteinander zusammen. Nimmt man ein Glied aus der Kette, gerät der gesamte Kreislauf durcheinander und auch die anderen Lebewesen können auf Dauer nicht überleben.

Jedes Meerestier trägt außerdem seinen Anteil an dem Gleichgeweicht der Chemie im Ozean und der Erdatmosphäre.

Wenn es keine Fische mehr gibt, gibt es zudem weniger Wasserbewegung im Meer. Die kalten Strömungen vermischen sich nicht mehr genug mit den warmen und die Meere werden wärmer. Die Ozeane beeinflussen das Klima mehr als wir bisher gedacht haben. 

Fische und andere Meereslebewesen nehmen Kohlenstoff auf und binden ihn. Am wichtigsten an der Stelle sind die Meerespflanzen! Sie können bis zu 20 x mehr Kohlenstoff aufnehmen als die Pflanzen an Land!

Knappe 93 % des weltweiten CO2's wird in unseren Weltmeeren gebunden. 

Die maritimen Ökosysteme werden auch ohne die Entnahme von Fischen schwer geschädigt - zum Beispiel durch die riesigen Fischernetze, die die Böden verletzen.

Kommen wir zur finalen Frage: was kannst du tun? 

Die Antwort auf die Frage, die man durch Seaspiracy vermittelt bekommt ist, auf den Verzehr von jeglichem Fisch zu verzichten und so die gewaltige Fischfangindustrie nicht weiter zu unterstützen. Radikal und wirksam. 

Wir finden es ist wichtig, über das Thema zu sprechen. Redet mit eurer Familie, Freunden oder Arbeitskollegen darüber und verbreitet das Wissen, was uns Seaspiracy geschenkt hat. Es ist an der Zeit für Aufmerksamkeit zu sorgen und nicht weiter weg zu schauen, wenn wir noch Jahrzehnte glücklich auf diesem Planeten leben möchten.

Wir freuen uns natürlich auch über deine Unterstützung für beispielsweise das Dolphin Project, die Turtle Foundation oder wenn du einfach nur durch eines unserer Produkte Teil der Wave of Change Bewegung wirst.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit zum Lesen des Artikels genommen hast.

Teile auch gerne deine Gedanken zu dem Thema in den Kommentaren dieses Artikels, wir freuen uns über jeden Austausch zu dem Thema. Wenn du möchtest, trage dich jetzt für den Blog Newsletter ein um regelmäßig über neue Oceanmata Projekte informiert zu werden - denn pssst...da stehen dieses Jahr noch einige an! 


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