Klimawandel: Ursachen, Folgen, und was wir tun können


Klimawandel

Was ist Klimawandel überhaupt?

Er ist aktueller denn je. Und – auch, wenn es dramatisch klingen mag – bedrohlicher denn je. Der Klimawandel betrifft uns alle. Extreme Hitzeperioden, Waldbrände, Überschwemmungen und Inseln, die einfach "verschluckt" werden, sind keine Seltenheit mehr.

Der Klimawandel wird unter anderem aus diesen Gründen seit 2019 auch als Klimakrise bezeichnet. Darunter ist die langfristige Erwärmung der Erde (über einen längeren Zeitraum gemessen) zu verstehen.

Doch wieso kommt es überhaupt zu einer solchen Erwärmung? Was hat das so sehr verteufelte Kohlendioxid damit zu tun? Und was sind die Ursachen und – fast noch wichtiger – was die Folgen der Klimakrise?

Ursachen des Klimawandels

Wir denken wahrscheinlich, wir kennen die Ursachen des Klimawandels: Fleisch, CO2 und Regenwaldabholzung. Das sind Buzzwords, mit denen wir immer öfter konfrontiert werden, die wahrscheinlich sogar schon im Kindergarten bekannt sind.

Was genau sie bedeuten und wie dagegen vorgegangen werden kann, wird hingegen leider zu oft vernachlässigt. Zeit, das zu ändern!

Regenwald Abholzung

 

Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt ist eine der größten Ursachen des Klimawandels. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Vorgang, der essentiell für unser Überleben ist: Ohne Treibhauseffekt würde die Durchschnittstemperatur bei nur -18 Grad Celsius liegen.

Die Erdoberfläche wird stetig von Sonnenstrahlen getroffen. Sie reflektiert die Strahlung, sodass sie quasi wieder "in Richtung Weltall" geschickt wird.

Treibhausgase, die sich in unserer Atmosphäre befinden, absorbieren jedoch einen Teil der Wärme – sie strahlen sie sowohl nach oben als auch nach unten ab. Die Folge: Unsere Atmosphäre wird erwärmt.

Durch die Treibhausgase, die sowohl aus natürlichen als auch aus menschlichen Quellen stammen, liegt die Durchschnittstemperatur auf der Erde momentan also nicht bei -18 Grad Celsius, sondern bei ca. 14 Grad Celsius.

Du siehst also: Ohne den Treibhauseffekt wäre unser Leben in der Form, in der wir es jetzt leben, nicht möglich. Das hört sich zunächst nicht schlimm, sogar fast schon gut, an. Oder?

Obwohl wir abhängig von Treibhausgasen sind, gilt hier, wie bei so vielem: Die Menge macht's!

Es wird nämlich unterschieden zwischen dem natürlichen und dem anthropogenen Treibhauseffekt. Letzterer bezeichnet die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes durch den Menschen.

Im Klartext: Es gibt bereits Treibhausgase, die natürlich auf der Erde vorkommen. Durch menschliche Aktivitäten können die Mengen ebendieser Gase jedoch vergrößert werden – bis deren Anteil bedrohlich wird.

Welche Treibhausgase gibt es?

  • CO2: Das bekannteste Treibhausgas ist wohl Kohlendioxid, auch CO2 genannt. Kohlendioxid ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und wird etwa bei Zellatmung vieler Lebewesen verursacht. Auch, wenn tote Organismen zerfallen wird CO2 frei. Der größte Anteil entsteht jedoch durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie beispielsweise Erdöl, Kohle oder Gas. In diesen Brennstoffen befindet sich Kohlenstoff, der sich bei Verbrennung mit Sauerstoff verbindet: Kohlendioxid entsteht.

    CO2 entsteht auch durch Reisen: jede Autofahrt und jede Flugreise stößt eine beachtliche Menge Kohlendioxid aus und trägt so zum Klimawandel bei.

    Atmosphäre

    Wurde CO2 einmal in die Atmosphäre gegeben, baut es sich – anders als andere Stoffe – nicht selbst ab. Dazu benötigt es Gewässer oder Pflanzen, die es durch Fotosynthese abbauen. Problem: diese natürlichen Kohlendioxidspeicher reichen nicht aus, um die Mengen an menschlich verursachtem CO2 komplett umzuwandeln. Nach 1000 Jahren sind noch etwa 15-40 Prozent in der Atmosphäre übrig (Quelle: Umweltbundesamt).

  • Methan: Unbekannter als CO2, aber dafür nicht weniger schädlich. Methan überlebt in der Atmosphäre nur 12 Jahre, ist aber 25 mal so wirksam wie Kohlendioxid, trägt also ebenfalls stark zur Erderwärmung bei.

    Methan verbindet sich mit einer Wasserstoffverbindung in der Atmosphäre zu Bestandteilen, die keine Wirkung auf den Treibhauseffekt haben. Dieses Treibhausgas wird einerseits vom Menschen, andererseits von der Natur verursacht. Natürliche Quellen: Sümpfe, Termitenhügel, Moore. Menschlich verursachtes Methan entsteht aus Reisfeldern, Mülldeponien, Kläranlagen oder aus den Mägen von Rindern und Kühen. Ein Drittel der Methan-Konzentration ist auf die Viehhaltung zurück zu führen.

  • Lachgas: Die Konzentration von Lachgas in der Atmosphäre ist sehr gering. Nichtsdestotrotz ist Lachgas knapp 300 mal so wirksam wie CO2 und darf deshalb ebenfalls nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Hauptquellen: stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft und Tierhaltung, Prozesse in der Verbrennung und der chemischen Industrie.

    Lachgas entsteht immer dann, wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen im Boden abbauen.
  • F-Gase: Hierbei handelt es sich um fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen, deren Verweildauer in der Atmosphäre ebenfalls sehr lange ist. F-Gase kommen hingegen nicht auf natürliche Weise vor, sondern werden produziert, um als Kühl- oder Löschmittel zu dienen. Deren Emissionen können durch sachgerechte Entsorgung und Wiederverwendung vermindert werden.

Fleischbasierte Ernährung

Sich überwiegend pflanzlich zu ernähren, hat, wie in mehreren Studien erwiesen, einen großen Vorteil für den eigenen Körper: Man beugt Herz- und Darmerkrankungen sowie Diabetes vor und achtet in der Regel vermehrt darauf, welche Nährstoffe wo enthalten sind.

Was das Ganze noch besser macht: Durch Verzicht auf Fleisch kann man nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun! In Zahlen: Laut Umweltbundesamt war die deutsche Landwirtschaft im Jahr 2020 für 60,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich. (CO2-Äquivalent = Einheit zur Vereinheitlich der verschiedenen Treibhausgase).

63% der gesamten Methan-Emissionen und 81% der Lachgas-Emissionen werden demnach durch die Landwirtschaft verursacht – vor allem durch Verdauungsprozesse der Rinder und Kühe.

Global gesehen, entfallen laut FAO sogar 18% aller CO2-Äquivalente auf die Viehzucht (zum Vergleich: die globalen Emissionen des Verkehrssektors liegen bei 14%).

Ein weiterer Vorteil einer pflanzenbasierten Ernährung: Sie schont Ressourcen und Platz. Es werden keine riesigen Monokulturen zum Anbau von Viehfutter benötigt, demnach auch keine Unmengen an Wasser und Land.

Da viel Fleisch gegessen wird, wird immer mehr Platz zur Viehhaltung und zum Futteranbau benötigt – um den zu erreichen, ist es heute (leider) die Regel, enorme Flächen an Wald einfach abzuholzen. Die Bäume, die dadurch verloren gehen, können Kohlendioxid nicht mehr binden und der in ihnen enthaltene Kohlenstoff wird bei der Verbrennung in die Atmosphäre abgegeben.

Klimawandel Regenwald

Das können wir jedoch ändern: Würde man sich 5 Jahre lang vegetarisch ernähren, hätte man schon 2.892kg CO2e eingespart (siehe Fleisch-Blitzrechner). Es würden weniger Tiere geschlachtet, weniger Regenwald abgeholzt und das Klima weniger geschädigt.

Ausbeutung natürlicher Ressourcen

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, trotzdem handelt der Mensch oft so, als sei es das nicht: Die Ressourcen, die uns die Erde bereitstellt, sind endlich. Wir nutzen nicht erneuerbare natürliche Ressourcen (beispielsweise fossile Brennstoffe und Bodenschätze) in einem Ausmaß, dass jetzt schon absehbar ist, dass sie in Zukunft einfach "leer" sein werden. Nach momentanen Schätzungen reicht Erdöl und Erdgas noch 50 Jahre und Kohle wird in 140 Jahren ausgebeutet sein (Quelle: Greenpeace).

Zudem verursacht die Verbrennung fossiler Brennstoffe CO2. Der Grund: Öl, Kohle und Gas enthalten Kohlenstoff. Werden diese nun verbrannt, setzt sich Kohlenstoff frei und verbindet sich mit Sauerstoff, sodass große Mengen CO2 freigesetzt werden.

Zwar arbeiten wir ebenfalls mit nachwachsenden / erneuerbaren Rohstoffen: Holz, Wasser oder Pflanzen. Trotzdem werden auch diese Ressourcen schneller verbraucht, als dass sie nachwachsen können. Heute ist die Mitte eines Jahres der Punkt, an dem die natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind. 1970 lag dieser Zeitpunkt noch im Dezember.

 Kohle Klimawandel

Klimawandel in der Weltgeschichte

Auch, wenn die Klimakrise jetzt immer mehr in den Fokus rückt: Es gab sie schon vor hunderten von Jahren – zwar weniger bedrohlich, aber trotzdem vorhanden.

Klimawandel muss per Definition nicht unbedingt menschengemacht sein. Das Klima der Erde unterliegt nämlich schon immer bestimmten Schwankungen; man denke nur einmal an die Eiszeit oder Einschläge von Meteoriten, die ebenfalls eine Veränderung des Klimas zur Folge hatten.

Das Klima auf der Erde hat sich schon immer verändert und wird sich auch weiterhin verändern. Ursachen für den natürlichen Klimawandel sind unter anderem die Zusammensetzung der Atmosphäre, Sonnen- und Vulkanaktivität oder die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Ozeanen und Eis- und Landflächen.

Die historischen Eizeiten, die vor 900 Millionen Jahren stattfanden, sind in den Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne begründet. Außerdem wird davon ausgegangen, dass die Konzentration von CO2 diese Klimazyklen verstärkt, da der CO 2-Anteil während der Eizeit um etwa 30% geringer war.

Sprechen wir heute vom "Klimawandel", meinen wir jedoch vor allem die Erderwärmung, die seit der Industrialisierung stattfindet:

Seit dem 18. Jahrhundert werden fossile Rohstoffe verbrannt, um Energie daraus zu gewinnen. Die Folge: Es gelangt doppelt (!) so viel CO2 in die Atmosphäre, wie es ohne den Menschen der Fall wäre.

Der natürliche Klimawandel wird also durch uns verstärkt. Wir sorgen durch Regenwald-Abholzung, Verbrennen endlicher Ressourcen und Autofahren dafür, dass sich das Klima extrem erhitzt – mehr, als für uns gut wäre.

Der CO2-Wert ist heute um 45% höher, als es in den Jahrtausenden vor der industriellen Revolution der Fall war.

Den anthropogenen Klimawandel haben wir zu verantworten. Aber: Wir können etwas dagegen tun.

 

Folgen des Klimawandels

Noch können wir nicht alle Folgen des Klimawandels sehen. Dass es sie gibt, ist hingegen unbestreitbar. Eine Auswahl:

  • Wetterextreme: Überschwemmungen, extreme Tornados oder Dürreperioden zerstören nicht nur Häuser und Ernten, sondern auch Menschenleben.

Überschwemmungen

  • mangelnde Nahrung: Tierarten sterben aus, viele Menschen haben kein Essen mehr.
  • Klimaflüchtlinge und Konflikte: Werden Länder von immer schlimmeren Wetterextremen heimgesucht, ist klar: Die Menschen (müssen) fliehen. Denn wer hat schon Lust, auf der Straße und ohne Essen zu leben? ... Eine weitere Folge sind anhaltende Konflikte, da die meisten Ländern nicht "einfach so" Menschen aufnehmen möchten (vgl. Flüchtlingskrise in Deutschland in 2015).
  • arme Länder sind noch ärmer dran: Wird ein Dritte-Welt-Land von einer Naturkatastrophe getroffen, sind die Auswirkungen des Klimawandels noch katastrophaler. Die Menschen hatten bereits vor dem Hurricane, dem Tornado etc. (zu) wenig – wie es ihnen nach einer solchen Katastrophe geht, mag man sich gar nicht ausmalen.
  • Gletscherschmelzen: Das ewige Eis in der Arktis und Antarktis taut. Und es taut immer schneller. Abgesehen davon, dass Tiere ihren Lebensraum verlieren, wird durch das Schmelzen eine große Menge an Treibhausgasen freigesetzt und die globale Erwärmung wird noch schlimmer.

Gletscherschmelze Klimawandel

  • Steigen des Meeresspiegels: es erwärmt sich nicht nur das Land, sondern auch das Meer. Durch die Verdunstung von Wasser werden wiederum mehr Treibhausgase freigesetzt, die wiederum ihren Teil zur Erwärmung der Erde beitragen. Ein Teufelskreis.
  • Zerstören mehrerer Ökosysteme: Korallenriffe werden geschädigt, verlieren ihre leuchtenden Farben und können nicht mehr zur Ernährung mehrerer Millionen Tiere (und uns Menschen) beitragen.

 

Globale Erwärmung - was können wir dagegen tun?

Ja, es ist beängstigend. Und ja, es ist ernst. Junge Menschen überlegen, ob sie überhaupt Kinder in diese Welt setzen sollen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile in vielen Ländern zu spüren und nicht mehr abzustreiten.

there is no planet b

Doch noch ist Zeit zu handeln – wenn wir es jetzt tun. Für uns mag es noch ein "später" geben, für unsere Kinder vielleicht nicht.

Im Pariser Klimaabkommen wurde bereits ein Schritt in die richtige Richtung getan: Es soll eine Erwärmung von 1,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 unbedingt vermieden werden. Diese Zahl gilt als point of no return – verpassen wir das Ziel, werden irreversible Schäden stattfinden.

Hört sich das noch ziemlich vage an, gibt es doch Dinge, die jede*r Einzelne von uns tun kann, um einen kleinen Teil zur Rettung vom Klima beizutragen:

  • Energie sparen: Muss die Lampe wirklich leuchten, wenn du einkaufen gehst? Muss das Handy über Nacht laden? Und brauchst du die Heizung echt auf 5, oder reicht auch 3? In vielen Situationen kannst du ganz einfach Energie sparen – ohne viel Aufwand! Kaufe beispielsweise lieber Geräte mit Netzstecker statt mit Batterien. Bügle nur Kleidungsstücke, bei denen es gar nicht anders geht und lasse Wäsche lufttrocknen. Außerdem leicht umzusetzen: Mit Deckel kochen! So geht weniger Energie verloren und das Wasser kocht zudem schneller: win win!
  • weniger Fleisch essen: Wir haben es oben bereits angesprochen – Fleisch ist eine Gefahr fürs Klima. Probiere vegetarische/vegane Alternativen (es wird für Viehfutter übrigens mehr Soja verwendet als für Tofu...). Informiere dich, woher du deine Nährstoffe noch bekommen kannst und freu dich auf neue Rezept-Ideen. Wie wärs mal mit einem Couscous-Salat, Linsen-Hack oder einem deftigen Bohneneintopf? Heute braucht niemand mehr Rind, Kuh und Co., wenn es auch anders so einfach geht. Wenn dir der direkte Umstieg zu extrem ist, versuche, nur eine Woche lang auf Fleisch zu verzichten. Jedes Stück Fleisch, das nicht gegessen wird, zählt.
  • Nachhaltig reisen: Es muss nicht immer das Flugzeug sein. Um weniger Treibhausgase auszustoßen, nimm lieber mal die Bahn, mache Fahrgemeinschaften o.ä.
  • Bewusstes Konsumieren: Achte darauf, vor allem regional und lokal einzukaufen. Obst, das mehrere Tausend Kilometer gereist ist, ist nicht förderlich fürs Klima. Zudem sind Plastikverpackungen (z.B. die eingeschweißte Gurke...) unnötig und unbedingt zu vermeiden.
  • Nachhaltige Alternativen: Es muss ja nicht gleich das Elektroauto sein. Aber wie wäre es mit einem Ökostrom-Anbieter? Es gibt beispielsweise auch Suchmaschinen, die weniger CO2 ausstoßen. Vegane Kosmetik, plastikfreies Shampoo oder unsere Handyhüllen sind auch nur einige Alternativen, von denen (glücklicherweise) immer mehr den Markt aufmischen.

Fazit 

Klimawandel

Der Klimawandel ist bedrohlich und er ist real. Wir können und dürfen es nicht länger leugnen und – auch wenn es sich dramatisch anhört – wir müssen etwas dagegen tun. Immerhin gibt es Dinge, die jede*r von uns machen kann, um den Klimawandel bestmöglich aufzuhalten.

Wir müssen nicht darauf warten, was in der Politik beschlossen wird. Denn wir sind Teil der Lösung und können noch immer dafür sorgen, dass die nächsten Generationen eine schöne, lebenswerte Welt vorfinden.


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