Korallen pflanzen: Das ist bei EcosystemImpact passiert


Vor mehr als drei Monaten haben wir unsere Coral Edition gelaunched, um das wichtige Projekt von EcosystemImpact zu unterstützen und den Schutz der Korallen in unser aller Bewusstsein zu rücken. Das Ziel der ganzen Aktion ist es, ein Korallenriff vor Sumatra in Indonesien zu neuem Leben zu erwecken. Seit dem Launch ist viel passiert in Sachen Korallen pflanzen und dazu wollen wir dir einen kleinen Einblick geben!

Erster Testlauf vor Ort

Vor kurzem hat sich die Crew von EcosystemImpact mit einem Boot auf den Weg zu den benachbarten Inseln Babi und Lasia gemacht. Vor den kleinen unbewohnten Inseln soll, aufgrund des intakten und abgelegenen Ökosystems und nach eingängiger Untersuchung, das Korallenschutzprogramm in Zukunft angesiedelt werden. Das Ziel des Ausfluges war es, geeignete Standpunkte für die zukünftigen Korallennester auszumachen und bereits eine erste ,,Spider Web Struktur" testweise anzupflanzen. Wie du dir das Metallgestell vorstellen kannst, siehst du auf diesem Bild:
Korallen pflanzen EcosystemImpact
Damit soll erstmal überprüft werden, ob sich der gewählte Ort tatsächlich eignet, um auch weitere Korallen dort anzupflanzen. Um die Überlebenschancen der neuen Korallen zu erhöhen, wurden die kleinen Korallensetzlinge vorab von großen Korallen aus der Umgebung abgenommen. Außerdem bleibt abzuwarten, ob die Konstruktionen vor Diebstählen sicher sind. Denn bereits in der Vergangenheit wurden die Metallkonstruktionen geklaut und für wenig Geld auf dem Markt weiterverkauft.
Nach dem Absetzen des ersten Korallengeflechts, machte sich ein paar Wochen später erneut eine Gruppe, bestehend aus einigen lokalen Fischern und Regierungsmitgliedern, auf den Weg nach Babi und Lasia, um zu untersuchen, ob der erste Versuch ein Erfolg war und die Fortsetzung des Projektes umsetzbar ist.

Aufklärung über Korallenriffe

Doch das ganze Anpflanzen neuer Korallenriffe bringt nur wenig, wenn die einheimische Bevölkerung nicht versteht, was dort gemacht wird und weshalb es so wichtig ist, die Korallen zu schützen. Deshalb ist die Aufklärungsarbeit einer der wichtigsten Punkte für das Vorhaben von EcosystemImpact.
Im ersten Schritt wurde hier das Team von EcosystemImpact intensiv geschult, um das Wissen adäquat weitergeben zu können. Eine zentrale Rolle spielt deshalb Fitri. Sie ist auf der Insel Simeulue aufgewachsen und das wichtige Bindeglied zwischen der westlichen Welt und der lokalen indonesischen Bevölkerung. In Zukunft soll sie das Wissen über die Umwelt und den Korallenschutz an die Menschen vor Ort, die Fischer und die zukünftigen Ranger auf Augenhöhe vermitteln.

Treffen mit Regierungsmitgliedern

Das Team von EcosystemImpact hat sich in den vergangenen Wochen außerdem mit vielen verschiedenen Mitgliedern der Regierung von Simeulue und den anliegenden Gemeinden getroffen, um die rechtlichen Grundlagen für ihr Vorhaben zu schaffen. Das Simeulue Environment and Conservation Government war sehr begeistert von dem Projekt und hat seine vollste Unterstützung zugesichert.
Treffen mit der Regierung zum Korallenprojekt
Einige Mitglieder der Regierung haben auch den Ausflug zu den Inseln Babi und Lasia begleitet, um sich das geplante Anpflanzen neuer Korallen live anzuschauen und mögliche Fragen zu klären. Insgesamt war dieser Tag ein riesiger Erfolg. Alle Anwesenden waren vollends begeistert und zudem konnten einige Unklarheiten beiseite geschafft werden. So kam beispielsweise die Frage: ,,Kenapa mau mananam batu? auf. Zu Deutsch: ,,Warum sollten wir Steine pflanzen?"

Community Ranger Project

Aktuell arbeitet die Organisation außerdem am Aufbau eines 12-köpfigen Rangerteams, dass die Korallengeflechte vor möglichen Diebstählen beschützen soll. Doch nicht nur der Diebstahl ist eine Gefahr für die Korallen. Die Einheimischen leben vom Fischfang und greifen daher meist auch zu drastischen Methoden, wie die Bombenfischerei oder den Fischfang mithilfe von schädlichem Gift.
Rangerteam zum Schutz der Korallen
Zudem dient das Community Ranger Projekt zur Schulung und Aufklärung über die Wichtigkeit von Korallenriffen. Unter anderem werden lokale Fischer zu Rangern ausgebildet, mit dem Ziel eine Harmonie zwischen den Korallenriffen und der lokalen Bevölkerung zu schaffen und die Wertschätzung dieser wertvollen natürlichen Ressource in das Bewusstsein der Einheimischen zu rücken. Durch die Bewachung mithilfe der Ranger soll außerdem gewährleistet werden, dass die Korallen ungestört wachsen und sich dauerhaft dort ansiedeln können.
Bei dem letzten Besuch nach Babi und Lasia wurde einer Gruppe von Fischern das erste gepflanzte Korallengeflecht gezeigt und ein zweites Geflecht eingesetzt. Dieses sollte auch direkt als Ausbildungs- und Anschauungsbeispiel dienen.

Zukünftige Pläne

Nachdem die Fischer und direkt betroffene Gruppen aufgeklärt wurden, soll in naher Zukunft dann auch jüngeren Generationen die Wichtigkeit der Korallen näher gebracht werden. Fitri wird dazu ausgebildet, die Korallenverpflanzung selbstständig durchzuführen. Dieser Prozess soll dann auch mit Unterwasserkameras begleitet werden, um den Fortschritt der Korallen konstant zu begleiten.
Nachdem ein Großteil der Bevölkerung über den Schutz der Korallen aufgeklärt wurde, ist der Aufbau eines Meereschutz-Managements in Planung. Dieses soll langfristig für die betroffenen Gebiete zuständig sein.
Auch in Zukunft werden weitere Treffen zwischen der EcosystemImpact Crew und einigen Regierungsmitgliedern stattfinden, so beispielsweise mit der Umweltabteilung der Regierung von Simeulue. Denn das Wichtigste an der Arbeit von EcosystemImpact ist die Symptombekämpfung, das heißt also, dass das Problem an der Wurzel angegangen werden soll und solange die Rahmenbedingungen und das Bewusstsein für das Anpflanzen der Korallen nicht geschaffen sind, sollen nicht hunderte von Korallen angepflanzt werden. Daher ist das Ziel zunächst eben positive Beziehungen zu den lokalen Fischern und Regierungsgruppen aufzubauen.

Korallenriffe in Gefahr

Seit Jahren schon kann das Absterben der Korallen beobachtet werden und so haben wir in den letzten 30 Jahren bereits etwa 50% der weltweit vorhandenen Korallen verloren - mit einer steigenden Tendenz. Wissenschaftler vermuten, dass wir bis zum Jahre 2050 ganze 90% der Korallenbestände auf dieser Erde verloren haben könnten. Gründe gibt es für diese dramatische Entwicklung leider viele.

Die Erwärmung und Versauerung der Meere

Die größte Gefahr für die Korallenriffe ist dabei der voranschreitende Klimawandel, der das Meer zunehmend erwärmen lässt. Oftmals ist es für uns unklar, wieso eine Temperaturerhöhung von zwei Grad so dramatisch sein sollte, da wir diesen Unterschied in unserer Umgebung kaum wahrnehmen. Aber stell dir mal vor, deine Körpertemperatur wäre dauerhaft um zwei Grad erhöht - das wäre ganz schön anstrengend und mehr als bedrohlich für deinen Körper.
Das Gleiche gilt für das Meer und seine Bewohner. Doch ähnlich wie Fieber bei uns Menschen, verhält es sich bei Korallen mit der Korallenbleiche. So durchgehen Korallen erst den Prozess der Bleiche, bevor es kritisch wird und die einzelne Koralle letzten Endes vollständig abstirbt.
Korallenbleiche
Die erhöhte Wassertemperatur bedeutet großen Stress für die Korallen und sie stoßen die auf ihnen lebenden Algen ab. Da diese aber für die Nahrungszufuhr zuständig sind, fehlen der Koralle wichtige Nährstoffe und sie verhungert. Auch wenn es so aussieht, als würde die Koralle einfach ihre Farbe verlieren, lässt sich der Vorgang des Ausbleichens damit erklären, dass die farbigen Algen absterben und nur noch das weiße Skelett der Koralle übrig bleibt.
Aber leider werden unsere Meere nicht nur wärmer, sondern auch noch immer saurer. Das liegt an der steigenden Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre und letztlich dann auch im Wasser. Der erhöhte CO2 Gehalt in den Gewässern lässt den pH-Wert sinken. Mit verheerenden Folgen für die Korallen. Diese reagieren sehr empfindlich auf diese Veränderung und werden in ihrem Wachstum und der Kalkbildung gestört.

Schädliche Fangmethoden in der Fischerei

Doch neben dem Klimawandel, sind zerstörerische Fangmethoden in der Fischerei eine enorme Bedrohung für die Korallen. Dazu gehört beispielsweise die Bombenfischerei, bei der Riffe zerbombt werden, um die dort lebenden Fische hervorzulocken. Allerdings gibt es weitere illegale Fischereimethoden, wie die Kompressionsfischerei und die Verankerung oder das Auswerfen von Schleifnetzen, die die Riffe mit sich reißen und zerstören.
Leider wird oft auch das giftige und umweltschädliche Kaliumcyanid eingesetzt, um Fische zu fangen - eine verheerende Fangmethode für die umliegenden Korallenriffe.

Verschmutzung durch Plastikmüll

Und natürlich ist auch die Verschmutzung der Ozeane durch unseren Plastikmüll ein riesiges Problem für die Korallen. Große Plastikteile können sich in den Korallenriffen verheddern und sie massiv verletzen. Noch kritischer ist aber das winzig kleine Mikroplastik für die Korallen. Sie verwechseln die winzigen Teilchen mit Plankton, vergiften sich dadurch und sterben dann leider. Das sind aber auch nur einige der vielen Gründe, wieso wir unseren Konsum überdenken und nachhaltiger leben sollten. Hilfreiche Tipps zur Umsetzung findest du in unserem Blogartikel zu einem Leben ohne Plastik.

Gefahr durch den Menschen

Doch leider zerstören wir Menschen, teils durch Unachtsamkeit oder Unwissen, wertvolle Korallenriffe. Deshalb solltest du im Meer immer aufpassen, wo du läufst und beim Schnorcheln einen guten Abstand zu den Korallenriffen wahren. Selbst wenn Korallen unglaublich schön zum Anschauen sind, solltest du diese auf keinen Fall als Souvenir aus deinem Urlaub mitnehmen. Das Gleiche gilt für den viel gehandelten Schmuck aus Korallen. Außerdem kannst du darauf achten, umweltfreundlichen Sonnenschutz zu verwenden. Weitere hilfreiche Verhaltensregeln für deinen nächsten Urlaub am Meer und was du sonst noch gegen die Korallenbleiche unternehmen kannst, findest du übrigens in diesem Artikel.

Weshalb ist es so wichtig, dass es Korallen gibt?

Aber wäre es denn wirklich so schlimm, wenn die Korallen aussterben würden? Klar, wären die Meere dann nicht mehr so farbenfroh, aber das kann ja noch nicht alles gewesen sein, oder?

Zuhause für die Meerestiere

In der Tat machen die Meere unserer Welt rund 71% des gesamten Ökosystems unseres Planeten aus und damit dieses richtig funktionieren kann, nimmt jedes Tier und jede Pflanze unter Wasser eine entscheidende Rolle ein. So auch die Korallen. Zum Einen bieten sie Millionen von Fischen einen sicheren Lebensraum. Du kannst dir Korallenriffe fast schon als richtige Städte vorstellen, in der jeder Fisch sein eigenes Haus hat. 
Korallenriff
Dort verstecken sie sich vor Raubfischen und bringen ihre Babys zur Welt. Doch auch kleine Krebse, Krabben, Schnecken, Muscheln und Würmer fühlen sich dort zuhause und dienen den Fischen als Nahrung. Einige Fische, wie der Papageienfisch, ernähren sich sogar direkt von den Korallen und hinterlassen diese als den feinen Sand, den wir unter anderem dann an den Stränden finden.

Vorteile für den Menschen

Wir Menschen profitieren allerdings auch direkt von der Existenz der Korallenriffe. An vielen Küsten dienen sie als Schutzbarriere vor Tsunamis und sorgen zudem dafür, dass die Küsten tropischer Inseln weniger schnell abgetragen werden. Auch die dort lebenden Fische und die damit verbundene Fischerei, bilden eine sehr wichtige Lebensgrundlage für viele Menschen dieser Welt.
Denk aber auch mal daran, wie viele Reiseveranstalter mit Schnorcheltouren und paradiesischen Unterwasserwelten werben. Viele Jobs weltweit wären in Gefahr, wenn diese Naturwunder für immer verschwinden sollten.
Doch am allerwichtigsten: Die Algen, die auf der Koralle leben, betreiben Photosynthese. Über die Koralle gelangen sie an Kohlenstoffdioxid und wandeln diesen in Verbindung mit dem Sonnenlicht in Zucker um. Ähnlich wie die Pflanzen zu Land halten die Korallen so die Unterwasserwelt sauber.

Wissenswertes über Korallen

Wenn die Rede von Korallen ist, herrscht meist große Verwirrung und wenn wir ehrlich sind, kam es da bei uns im Team auch schon zu einigen Unklarheiten, was Korallen denn nun genau ist. Sind das jetzt Pflanzen oder Tiere oder sogar Steine?

Korallen sind keine Pflanzen

Auch wenn sie aussehen wie Pflanzen, handelt es sich bei Korallen tatsächlich um faszinierende Tiere, die in einer überlebenswichtigen Symbiose mit den Algen leben und sich nicht von der Stelle bewegen. Korallen bestehen aus weißen Skeletten, die von vielen Millionen Polypen besetzt sind. Diese Polypen sind mit Tentakeln und winzig kleinen Nesselzellen besetzt. Mehr zum genauen Aufbau dieser Tiere findest du in diesem Artikel.
Millionen verschiedene Korallen, wie Weichkorallen oder Steinkorallen, setzen sich zu einem großen Korallenriff zusammen und bilden so einen wichtigen Lebensraum für viele Meerestiere.

Das größte Riff von allen

Korallen gibt es übrigens schon lange bevor es uns Menschen gab und Forscher unterscheiden zwischen rund 5.000 verschiedenen Arten. Sicherlich hast du schon vom ,,Great Barrier Reef" gehört. Es ist das weltweit größte Korallenriff und befindet sich in Australien. Das ,,Great Barrier Reef" umfasst unvorstellbare 2.300km und ist an Schönheit kaum zu übertreffen!
Great Barrier Reef
Wie du siehst, sind Korallen ganz wunderbare Lebewesen und wir sollten uns mehr dafür einsetzen, die traumhaften Korallenriffe in Australien, auf den Philippinen oder sonstigen Orten auf dieser Erde zu schützen. So kann einer Vielzahl von Meerestieren das Überleben gesichert werden.
Das Team von EcosystemImpact macht sich deshalb dafür stark, dass uns diese spannenden Tiere noch lange erhalten bleiben. Erste Erfolge werden sich allerdings erst nach langer Zeit abzeichnen und der wichtigste Faktor hierbei ist das Verständnis und die Unterstützung der Regierung. Wir werden dich auf unserem Blog und über Social Media aber natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten!
Falls du bereits jetzt noch mehr zu dem Projekt und der Organisation erfahren möchtest, solltest du dir dieses Interview mit der Crew von EcosystemImpact durchlesen!

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